#1 Kaltgepresste Öle von mikael 25.05.2018 19:39

Nehmt ihr zur Seifenherstellung auch kaltgepresste Öle ? Macht das überhaupt Sinn ? Zerstört die Lauge die Guten Inhaltsstoffe des Öls ? Manche Seifen neigen auch dazu sehr heiß in der Gelphase zu werden, überstehen das die empfindlichen Öle ? Viele Fragen , ich weiß, aber raffinierte Fette und Öle sind halt auch günstiger als kaltgepresste und ich möchte mir jetzt mal größere Gebinde kaufen, aber dazu brauche ich erst Informationen. Vielen Dank schon mal für Eure Antworten.
Noch eine Frage , habt ihr schon mal Schweineschmalz verseifelt ?

Liebe Grüße

Michaela

#2 RE: Kaltgepresste Öle von Gitta 25.05.2018 22:26

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Hallo Michaela,

ich habe nie die wertvollen kaltgepressten Öle in der Seife verarbeitet. Na ja, vielleicht mal einen kleinen Rest, der weg musste. Kalt gepresste Öle sind in der Creme besser aufgehoben.

#3 RE: Kaltgepresste Öle von Heike Krenz 25.05.2018 22:55

Hallo, mikael,
ich gestehe, dass ich (leider) keine chemischen Kenntnisse besitze und die Auswahl an Fetten ist ja auch sehr umfangreich und evtl. Geschmackssache.
Ich will sagen, dass ich bei allen Ölen grundsätzlich auf Qualität setze.
Und wie immer sind natürlich die Fettsäuren entscheidend:
--> die gesättigten Fettsäuren erzeugen - für mich - eine gute Schaumbildung
--> mehr ungesättigte Fettsäuren "spenden" mehr Feuchtigkeit, obwohl Seife ja der Reinigung und nicht der Pflege dient.

Beantwortung Deiner Fragen:
@ Nehmt ihr zur Seifenherstellung auch kaltgepresste Öle ?
--> ja
@ Macht das überhaupt Sinn ?
--> Wahrscheinlich nicht!
@ Zerstört die Lauge die Guten Inhaltsstoffe des Öls ?
--> meines Wissens nach, ja!
@ Manche Seifen neigen auch dazu sehr heiß in der Gelphase zu werden, überstehen das die empfindlichen Öle ?
--> ich denke, nein!

@ Noch eine Frage , habt ihr schon mal Schweineschmalz verseift?
--> ich finde Schmalz in Seife wunderbar.
Mein Lieblingsrezept ist z. Zt. ist das typische 25er aus Olive, Schmalz, Reiskeim, Kokos.

Öle, wie Argan-, Avocado-, Hanf-, Kürbiskern-, Nachtkerzen- oder z. B. auch Schwarzkümmelöl würde ich persönlich nicht verseifen. Diese Qualitätsöle verwende ich nur in der Küche.
Ausnahme ist bei mir das Olivenöl, eine 100 %ige Olive ist für mich Luxus pur.

Vielleicht helfen Dir meine Ausführungen bei Deiner Ölwahl ein bisschen weiter.

#4 RE: Kaltgepresste Öle von Karin 26.05.2018 08:46

Heike hat es schon prima beantwortet.
Ich selber nehme keine kaltgepressten Öle für Seife, eben aus den genannten Gründen (heiße Gelphase etc.) und Schmalz generell (nicht nur vom Schwein) mag ich gerne in Seifen. Avocado und auch Pistazie habe ich schon in Seife gepackt - einfach für ein wenig Luxusgefühl. Normalerweise tun es auch die handelsüblichen aus dem Supermarkt.

#5 RE: Kaltgepresste Öle von 26.05.2018 17:04

Zitat von mikael im Beitrag #1
Nehmt ihr zur Seifenherstellung auch kaltgepresste Öle ? Macht das überhaupt Sinn ? Zerstört die Lauge die Guten Inhaltsstoffe des Öls ? Manche Seifen neigen auch dazu sehr heiß in der Gelphase zu werden, überstehen das die empfindlichen Öle ?


Ein interessantes Thema.

In einem (neuen) Seifenbuch habe ich gelesen, dass die Phytosterole, Vitamine und Farbstoffe unserer kaltgepressten nativen
Öle wichtige Bestandteile unserer Seifen und Cremes sein können.
Die unraffinierten Öle behalten auch die ursprüngliche Farbe und annähernd ihren natürlichen Geruch.
Durch eine Raffination werden diese guten Stoffe entzogen, die Farbe des Öls wird hell,
sowie Geruch und Geschmack verschwinden oder sind nicht mehr arttypisch.


Als Siedeanfänger wird einem doch auch meistens empfohlen mit preiswerten Ölen vom Discounter
zu beginnen, um so erste Erfahrungen zu sammeln, was die Technik betrifft.
Mit steigender Erfahrung kann man dann auf die guten nativen Öle in Bioqualität zurückgreifen.

Meine Schlussfolgerung :
Die wichtigen und pflegenden Bestandteile unserer nativen Öle überstehen den Verseifungsprozess.

Gruß Fenja

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