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#1 Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von maxelli 08.04.2017 17:47

Hallo liebe Rührer innen ,
jedes Jahr stellt sich die Frage nach dem optimalen Sonnenschutz. Ich halte viel von vorbeugendem Schutz und auch der Sonne aus dem Wege gehen ist bestimmt nicht die schlechteste Idee.

Das geht aber nicht immer und deshalb brauchen wir eine Schuitzcreme, Schutzlotion oder auch ein Schutzgel.



Mit welchen Ölen, Emulgatoren, Wirkstoffen ?
Eure Ideen und Erfahrungen sind gefragt.
Verträglichkeiten pH Werte etc.

Einige Gedanken zum Sonnenschutz von letzten Jahr

Und hier gibt es sehr gutes Hintergrundwissen über den chemischen und physikalischen Sonnenschutz

#2 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von yogablümchen 09.04.2017 09:25

Ich habe in den letzten Tagen recht viel über Sonnenschutz gelesen.
Unter anderem auch, dass oft eine Unverträglichkeit von Sonnenschutzmitteln durch Emulgatoren hervorgerufen wird. Besonders PEG. Ich hoffe doch, dass dies nicht auf unsere Emulgatoren zutrifft.

Ich würde mir 2 unterschiedliche Sonnenschutzprodukte wünschen.
Eins fürs Gesicht und Dekolleté und eins für den Körper. Das fürs Gesicht ist mir am wichtigsten.
Einen möglichst hohen Lichtschutzfaktor.
Der Sonnenschutz sollte möglichst nicht kleben und glänzen, aber trotzdem die Haut pflegen und ein Feuchtigkeitsgefühl vermitteln.

Emulgator könnte Montanov 68 gehen?
Wirkstoff vielleicht Ectoin?

Als Sonnenschutzzusätze habe ich gefunden:

Bei Behawe:
SoFiTix Breitband HT (INCI: Titanium dioxide, zinc oxide)
Parsun (Parsol MCX) (INCI: Octylmethoxycinnamethoxycinnamte (Zimtsäureester)), nur alkohol- und öllöslich und nur gegen UV-B Strahlung

Bei Vita:
Vita-Sun A&B Absorber, (INCI: Ethylhexyl Methoxycinnamate, Diethylamino
Hydroxybenzoyl Benzoate)

Welche Zusätze gibt es denn noch und sind die auch verträglich?

#3 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von martina 09.04.2017 18:05

Hallo yogablümchen,

habe von aliacura diese bestellt.
klick und klick

#4 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von martina 09.04.2017 19:03

Maxelli, sehr interessanter Link.

Mögliche Rohstoffe die ich verwenden werde:

Öle: Sesamöl, Jojobaöl, Neutralöl, Weizenkeimöl, Kokosöl, coco caprylate, Sheabutter

Emulgator: Dermofeel GSC palmoil free und Behenylalkohol als Konsistenzgeber.
Bin mir noch nicht sicher, ob ich auch Cetearylalkohol nehmen soll.

Wirkstoffe:
Lara care A 200, Vit E, Pentylene Glycol, Panthenol, NMF oder Sodium PCA.
Konservierung mit Rokonsal.

#5 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von yogablümchen 09.04.2017 20:00

Martina, das was du bestellt hast hört sich ja viel besser an, als das Sofitix. Ich sag ja, ich hab keine Ahnung, leider.
Maxelli, den 2. Link hab ich schon überflogen. Und den ersten werde ich nachdem ich meine doofe Kaufsonnencreme, die ich leider für den heutigen Tag benutzen musste, abgebadet habe, auch noch studieren. Auf jeden Fall muss was anderes her. Mir brennen heute die Augen, weil das Zeug, was ich benutzt habe, kriecht.

#6 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von maxelli 10.04.2017 11:26

Zitat
Ja, Yogablümchen, diese Dispersionen sind viel besser als das SofitixPulver. Man kann sich zwar selber damit eine Dispersion herstellen, das wird aber nicht so fein, wie bei der gekauften. Und eine feine Verteilung ist Voraussetzung für einen lückenlosen Sonnenschutz.

Mein erster Versuch ist ein unkonserviertes Produkt und zwar ein Sunblocker mit SPF 50 und nur drei bzw. vier Rohstoffen.)

Die Bezeichnung Sunblocker sollte nach Vorgaben der EU-Kommission nicht mehr verwendet werde, weil ja kein Sonnenschutzmittel vollständig vor UV-Strahlen schützen kann.
Ich habe mich an den angegebenen Werten von Aliacura orientiert .
1,82 g Sonnenschutzdispersion in 100 g Creme entsprechen 2 - 3 SPF Einheiten.
Nach meiner Berechnung sind es dann 3 g Dispersion in 10 g Gesamtmasse, wenn ich von 3 SPF Einheiten ausgehe.


Es sind mir dann doch 3,9 g reingerutscht.


Mein Rezept für einen Stift


4.5 g Kokosöl mit Rathanhiawurzel
2,5 g Bienenwachs
3,0 g Sonnenschutzdispersion XT 300 (INCI: Titanium Dioxide, Caprylic/Capric Triglycerides, Polyhydroxystearic Acid, Stearic Acid, Alumina)


Herstellung


Kokosöl und Bienenwachs auf etwa 80° C erhitzen .
Ich habe ohne Thermometer gearbeitet.
Dann die Sonnenschutzdispersion dazu geben und sehr gut dispergieren.
Etwas abkühlen lassen und in eine Lippenstifthülse füllen. Für 15 Minuten ins Kühlfach.
Bei mir entstand ein ziemlicher Krater, den ich jetzt noch einmal ausgefüllt habe.



[url]http://abload.de/img/dsc06006206jlv.jpg[/url]



Weißelt natürlich ein wenig, aber für einen Sunblocker mit Pigmenten finde ich das im Vergleich zu dem Sofitixpulver wie Tag und Nacht.

Das Bienenwachs müsste allerdings für einen härteren Stift viel höher dosiert werden. Ich bin von meinem Kokosbalmstift ausgegangen und habe nicht bedacht, dass ja auch noch die flüssige Sonnenschutzdispersion dazu kommt.
Das Rezept eignet sich also eher für eine Sunblockercreme und so habe ich auch jetzt die Masse in ein kleines Tübchen abgefüllt.

[url]http://abload.de/img/dsc0600727ljgu.jpg[/url]

Ich würde es beim nächsten Mal für einen härteren Stift dann so probieren:

3.0 g Kokosöl
4,0 g Bienenwachs
3,0 g Sonnenschutzdispersion XT 300


Oder in Anlehnung an den Lip Plumper:

2 g Bienenwachs
3 g Kakaobutter oder Mangobutter
3 g Sonnenschutzdispersion XT 300


Mein nächster Versuch wird dann eine Sonnenlotion mit dem wasserlöslichen Sonnenschutzdispergierungsmittel XT40.

#7 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von yogablümchen 10.04.2017 13:58

Zitat von maxelli im Beitrag #6

Zitat
Mein erster Versuch ist ein unkonserviertes Produkt und zwar einem Sunblocker mit SPF 50 und nur drei bzw. vier Rohstoffen.)
Ich habe mich an den angegebenen Werten von Aliacura orientiert .
1,82 g Sonnenschutzdispersion in 100 g Creme entsprechen 2 - 3 SPF Einheiten.
Nach meiner Berechnung sind es dann 3 g Dispersion in 10 g Gesamtmasse, wenn ich von 3 SPF Einheiten ausgehe.


Es sind mir dann doch 3,9 g reingerutscht.
[b]

.




Ich muss jetzt mal in meinem Kopf sortieren.
1,8 g Dispersion (1 g Feststoff) auf 100 g Gesamtmasse sind ein SPF von 2 - 3
18 g Dispersion (10 g Feststoff) auf 100 g Gesamtmasse sind ein SPF von 20 - 30
1,8 g Dispersion (1 g Feststoff) auf 10 g Gesamtmasse sind dann auch ein SPF von 20 -30 ???
3,6 g Dispersion (2 g Feststoff ) auf 100 g Gesamtmasse sind dann SPF von 4 -6
3,6 g Dispersion (2 g Feststoff) auf 10 g Gesamtmasse sind dann SPF von 40 - 60????

Denke ich da falsch oder richtig?

Bei deinem Versuch ist kein Wasser enthalten. Daher ist ja der Auftrag des Produktes auch gleich dem, was auf der Haut bleibt. Wenn es aber nun mit Wasser wäre, welches etwas verdunstet oder einzieht, wäre dann der SPF nicht höher???

#8 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von maxelli 10.04.2017 14:18

Deine Berechnungen sind richtig.

Die Werte sind auf die Gesamtmasse angegeben. Da wird sich wahrscheinlich nichts verändern.
Ich denke eher , dass mit Wasser der Sonnenschutz sogar niedriger wird und deshalb habe ich auch bei der "fetten" Version mit SPF 3 gerechnet.
Aber das lässt sich ja bei Aliacura erfragen. Oder direkt bei Croda. Es handelt sich um das Handelsprodukt Solaveil™ XT-300



Diese Creme fühlt sich übrigens kein bisschen klebrig an. Sie lässt sich ganz gut verstreichen. Im zweiten Bild ist die Creme nach einer Minute schon eingezogen.
Mit braunen und ockerfarbenen Eisenoxiden und vielleicht noch etwas Mica könnte ich mir das sogar als Make up vorstellen.

[url]http://abload.de/img/dsc06008jkar9.jpg[/url][url]http://abload.de/img/dsc060095hj4k.jpg[/url]

#9 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von yogablümchen 10.04.2017 16:10

Das sieht ja schon gut aus.

Wird denn der Schutz nicht reduziert, wenn die Zutaten für Make up eingearbeitet werden, weil die mineralischen Filter doch die Sonne reflektieren?

Ich habe vorhin meine 3 gekauften Sonnenschutzprodukte wieder zu Rossmann zurückgebracht. Nachdem ich den Link über die Sonnenschutzstoffe gelesen und mit meiner Lupe die Inhaltsstoffe überflogen hatte, war in allen mindestens einer drin, der nicht empfohlen wurde. Außerdem waren sie auch so nicht so, dass ich sie dauerhaft benutzen wollte.
Dafür habe ich mir von Eco, die Baby & Kids Neutral Sun creme gekauft. Ich brauche ja erst mal was zum Überbrücken. Da ist wenigstens kein Duft drin und ich hoffe es kriecht auch nicht in die Augen.
Der Test im Gesicht steht noch aus, da ich schon mit Avene eingeschmiert war.

#10 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von martina 10.04.2017 19:24

maxelli, du warst ja schon fleißig.
Mein Packerl kommt Mittwoch oder Donnerstag.

#11 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von maxelli 11.04.2017 09:32

Martina, dann reicht es ja noch bis Ostern zum Rühren. Die Sonne wird sich da auch eher bedeckt halten.

Yogablümchen, diese Eco Kinder Sonnenlotion ist eine W/O Emulsion. In dieser Art stelle ich mir auch eine Lotion vor. Als W/O Emulgator habe ich Dermofeel PGPR hier und eventuell auch noch ein wenig hydriertes Lecithin (Phospholipon H80).
Für einen O/W Emulsion habe ich Dermofeel GSC uznd Symbiomuls zur Auswahl.
Ectoin, Panthenol und Tocopherol kommen auf jeden Fall auch mit rein.



.

#12 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von Lavendula 11.04.2017 14:22

Ihr seid ja fleißig, selbst vermeide ich die Sonne, doch meine Mutti freut sich wenn ich ihr einen Schutz herstelle, Sofitix möchte ich nicht mehr nutzen seid ich gelesen habe, das dieses schlecht gecoatet ist.

Danke für die tollen berichte.

#13 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von Daggi 12.04.2017 11:52

ich bin gerade in Urlaub an der Mosel und habe prombt nen Sonnenbrand in Gesicht und Dekolleté, haa haa. Hab mein Selbstgemachtes Öl/Wachsgemisch mitgenommen, aber es zu spät draufgeschmiert. Ich sitze total gerne in der Sonne, unterschätze sie aber grundsätzlich. Ich bin auch sehr interessiert an einer Sonnenlotion, bin aber sehr verunsichert wegen der Inhaltsstoffe, seitdem ich mich anfangs mal mit den Kaufprodukten und Incis beschäftigt habe. Von Sofitix habe ich auch nicht so viel Gutes in Erinnerung. Daher bin ich sehr gespannt, was man hier so findet, was besser ist als die Kaufprodukte oder Bioprodukten. Was meinst du denn mit "schlecht gecoatet", Lavendula?

#14 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von martina 13.04.2017 22:05

Mein Packerl ist heute gekommen.
Kann aber erst am Samstag rühren, da ich morgen arbeite.

#15 RE: Entwicklung eines Sonnenschutzmittels von martina 15.04.2017 21:47

Habe heute einen Sonnencreme gerührt.


2 % Sesamöl
2 % Neutralöl
2 % Jojobaöl
4 % Coco caprylat
4 % Sheabutter
2 % Babassuöl
3 % Dicaprylyl carbonat
4 % Dermofeel GSC Palmoil free
1 % Cetearyl Alkohol

32 % Wasser
4 % Vitamin E
3 % Panthenol
2 % Pentylene Glycol
4 % Lara Care A 200
1 % Biokons PA 30
10 % Aloe Vera Gel
20 % Sonnenschutz XT 40 (wasserlöslich)

Durch Lara Care wurde es eine richtig feste Creme.
Wenn ich richtig gerechnet habe, hat die Creme SPF 25 - 30. Durch die Zugabe von Lara Care A 200 ( lt. aliacura), hätte ich um ca. 6-8 SPF mehr.
Für eine Lotion ist 4 % Dermofeel GSC zuviel, und diesmal werde ich Behenylalkohol verwenden.

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