#1 RE: Tensidverwirrung bei Shampoo... von schattenhexe 18.02.2014 22:00

Huhu Mäels!

Ich bin seit geraumer Zeit auf der Suche nach der optimalen Lösung für die Haar- und Kopfhautwäsche, bisher allerdings noch nicht wirklich fündig geworden. Ich wasche seit Jahren silikonfrei, habe aber bisher fast immer Probleme mit teils extremen Kopfhautekzemen und entsprechendem Schuppen und Jucken der Kopfhaut gehabt. Völlig weg war das nur mit selbst gesiedeter Haarseife, aber auch das funktioniert aktuell (nach offenbar überpflegender Haarfärbung mit Henna...) nicht mehr gut. Von allen bisher gekauften und selbstgerührten Shampoos bekam ich mehr oder minder schwere "Rückfälle", was Schuppen und Jucken betraf und bin schon wieder leicht am Verzweifeln gewesen.

Nun habe ich meinem Mann ein neues Shampoo mitgebracht und in der Not selbst auch benutzt, als meine Haare mal wieder keine Seife mochten. Und siehe da, das scheint ganz gut zu funktionieren aktuell.
Wundertäter ist das Repair-Shampoo von Neobio und ich habe vorhin endlich mal die INCI näher angeschaut.
Nun bin ich etwas verwirrt, denn es enthält gleich drei Tenside, unter anderem das offenbar etwas höher irritierende Sodium Coco-Sulfate. Zusätzlich sind noch Lauryl Glucoside und Coco-Glucoside drin - letzteres hatte ich als alleiniges Tensid bisher in meinen selbstgerührten Shampoos, weil ich nur das da habe.

Kann es also sein, dass bei meiner Kopfhaut das Sulfat besser reinigt und die anderen beiden Tenside (und restliche Zutaten) dazu beitragen, dass es nicht so reizt, wie es das pur täte? Möglich, dass die Kopfhaut genau das braucht und der Effekt mit puren Glucosiden entsprechend nicht so gut ausfällt.
Ich würde das Ergebnis gerne mit selbstgerührtem Shampoo erreichen und noch weiter optimieren und weiß jetzt nicht so recht, wegen welcher INCI das Shampoo bei mir besser ist als die bisherigen.

Das Neobio-Shampoo scheint bei mir die Kopfhaut wenig zu reizen, meine Haare sind 2 Tage lang super, eher lockig und haben auch gut Schwung und Volumen. Dann werden sie deutlich glatter und absolut volumenlos (Zopfdurchmesser ist dann echt minimal), bis sie schließlich fettig werden - so nach ca. 5 Tagen.

Hat jemand eine Idee, was aus den INCI diese entsprechenden Wirkungen erzielt und wie ich das im Selbstgerührten umsetzen kann? Den Kopfhaut-Effekt und auch das Volumen würde ich gerne erhalten, den Waschzyklus aber gern noch verlängern.
Und meine Haare sind seit einiger Zeit super aufgeladen nach dem Bürsten... Ich kann jetzt allerdings nicht sagen, ob das seit der Benutzung des Shampoos so ist oder schon vorher angefangen hat. Das würde ich entsprechend auch gerne beheben, denn das nervt doch schon recht arg mit der Zeit. Bürste etc. ist alles gleich geblieben, da hat sich nichts verändert.

Danke schonmal für eure Hilfe und LG

Hier nochmal die kompletten INCI des Shampoos:
Aqua, Sodium Coco-Sulfate, Lauryl Glucoside, Coco-Glucoside, Citric Acid, Aloe Barbadensis (Leaf Juice), Inulin, Betaine, Arginine, PCA Glyceryl Oleate, Lilium Candidum (Flower Extract), Moringa Pterygosperma (Seed Extract), Sodium Chloride, Potassium Sorbate, Phytic Acid, Maltodextrin, PCA Ethyl Cocoyl Arginate, Parfum, Limonene, Linalool

#2 RE: Tensidverwirrung bei Shampoo... von Zora 19.02.2014 12:37

Hi!
Zur Wirkung dieser Tenside kann ich Dir selbst nicht viel sagen, da ich selbst nur Plantapon, Rewoteric und Betain einsetze und bislang nach HT-Rezepten rühre. Ein sog. Quat (kationisches Tensid) sorgt dabei dafür, dass sich die Haare nicht elektrisch aufladen. Gegen Schuppen empfiehlt die HT "Pirocton-Olamin" (heißt jetzt vermutlich etwas anders). Brennesselextrakt, Salbei und Schwarzteesud kommt für empfindliche Kopfhaut evtl. auch noch in Betracht.

Stelle allerdings fest, dass mein Haar mit meinem Shampoo schneller fettig wird als z. B. beim Shampoo aus dem Discounter, wobei es so oder so nach max. drei Tagen gewaschen werden muss, weil es sonst um einen Wirbel herum unschön liegt. Trage ich es offen, gehe ich mir ständig mit der Hand durch, wodurch es natürlich schneller fettet.

Dass Du nach zwei Tagen kein Volumen mehr hast, halte ich eigentlich für normal. Du darfst nicht vergessen, dass langes Haar schwer ist, weshalb sich z. B. vorübergehende Locken binnen Stunden aushängen. Benutze derzeit Shampoo, das ich mit starkem Kaffee statt Wasser angerührt habe; bilde mir ein, dass sich das Haar damit voluminöser anfühlt.

#3 RE: Tensidverwirrung bei Shampoo... von Gitta 19.02.2014 13:14

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Hallo Schattenhexe,

wenn du dir mal die INCI von Shampoos und Duchsgels anguckst, wirst du feststellen, dass überall unterschiedliche Tenside drin sind. Analysiert man diese Tenside, kommt dabei heraus, dass sie von unterschiedlicher chemischer Struktur sind. Meistens werden anionische, nichtionische und amphotere Tenside in einem bestimmten Verhältnis gemischt. Dadurch erreicht man eine gewisse Grundwirkung eines Shampoos. Du kannst dir das so vorstellen: Das, was die richtige Ölzusammensetzung einer Creme ausmacht, ist die richtige Zusammensetzung der Tenside in einem Shampoo.

Ich habe einige NK-Shampoos analysiert und habe daraus eine Tabelle entwickelt, an der man sich für die Tensidzusammensetzung orientieren kann. Diese Tabelle findest du hier.

Das Feintuning, also die genaue Absimmung auf die Haar- und Kopfhautbeschaffenheit nimmt man in der Regel über bestimmte Wirkstoffe vor. So kann man bei trockener Kopfhaut Aloevera und/oder Glycerin gut einsetzen. Bei leichten Schuppen kann man Schwefel nehmen oder bei stärkeren Schuppen auch Pirocton Olamin (Ocotpirox). Gereizte Kopfhaut profitiert auch von einer geringen Menge Salz (egal welches). Wobei Totes Meer Salz bei unseren Tensiden meist viskositätsverringernd wirkt - das Shampoo wird trotz Gelbildner dünnflüssig.

Wenn du jetzt nicht lange rummachen willst, kannst dir mal mein Anti-Schuppen-Shampoo-Rezept angucken. Das Pirocton Olamin würde ich an deiner Stelle erst mal weg lassen und gucken, ob es auch so besser mit deiner Kopfhaut wird. Wenn nicht, kannst du es in der zweiten Charge mal testen. Diese Tensidmischung ist für fettende Haare, bzw. Kopfhaut konzipiert. Sollte das bei deiner Kopfhaut zu sehr austrocknen, kann man mit den Tensiden ein bisschen "spielen", um eine passendere Mischung hinzubekommen - sollte nicht unlösbar sein.

#4 RE: Tensidverwirrung bei Shampoo... von Zora 19.02.2014 18:48

Früher sagte man mal, dass man das trainieren könne. Haar, das jeden Tag gewaschen werde, verfette daher grundsätzlich schneller. Keine Ahnung, ob das wirklich stimmt. Hatte nur seinerzeit in Irland festgestellt, dass ich es (notgedrungen) bis zu sieben Tage herauszögern konnte, wobei meine Haare nicht fettig, sondern vom Griff her anders waren als zu Hause. Lag vermutlich an der total salzigen Luft.

#5 RE: Tensidverwirrung bei Shampoo... von schattenhexe 20.02.2014 00:00

Ui, danke euch schonmal, da werd ich mich morgen mal durchlesen.

Also das Problem sind offenbar keine normalen Schuppen, sondern irgendeine Reaktion der Kopfhaut, die auch mit den üblichen Schuppenshampoos etc bisher nicht zu beseitigen war. Ich hatte bisher eher das Gefühl, dass sie nicht zu trocken ist, sondern auf irgendwas reagiert und Ekzem und Schuppen nur die Reaktion darstellen. Aber wirklich rausgefunden, auf was da reagiert wird, hab ich bisher nicht. Ich hatte halt die Tenside im Verdacht (oder deren Dosierung), weil es mit Seife für ein paar Monate komplett verschwunden war. Sicherlich spielt da auch irgendwas von innen mit rein, aber auch das konnte ich bisher nicht eingrenzen.
Umso mehr hat es mich jetzt überrascht, dass ich dieses Shampoo diesbezüglich offenbar gut vertrage.

Dass sich bei langen Haaren die Locken aushängen ist mir bewusst, aber es ist bei mir doch schon recht extrem, habe ich das Gefühl. Die ersten zwei Tage springen die Haare quasi in leichte Locken und sind auch mit Zopfgummi und Co. nicht zu bändigen und halten die Form auf Teufel komm raus. Davon abgesehen sind sie im Gegensatz zu vorher (mit anderen Shampoos vor allem) auch irgendwie definierter. Am dritten bis vierten Tag werden sie dann fast komplett glatt. Also auch unten in den Längen keine Locken mehr zu sehen und auch in den kurzen Haaren sind sie dann fast völlig weg. Deswegen hatte ich die Theorie mit dem Aushängen eher für nicht zutreffend befunden, weil eben selbst die Haare glatt werden, die sich eigentlich gar nicht aushängen, weil zu kurz.

Pirocton Olamin hätte ich sogar da (aus einem Bestand mit übernommen), hab ich aber bisher noch nicht benutzt, weil ich mir das nicht unbedingt auf die Kopfhaut schmieren möchte, wenns auch anders geht. Und Seife hat ja schon zeitweise funktioniert, also gibts bestimmt noch mehr Möglichkeiten.

Die fettigen Haare sind entsprechend auch nicht wirklich mein Problem, 5 Tage als Waschzyklus finde ich schonmal recht gut. Verlängern würde ich ihn natürlich trotzdem gern noch, sofern Kopfhaut und Haare da denn mitspielen.

Gloria, ich bin auch der Meinung, dass man das trainieren bzw die Haut umgewöhnen kann. Beispiel Lippenpflegestifte: Ich hatte lange Zeit mehrere Mäels in der Klasse, die irgendwann im Winter wegen trockener Lippen Labello gekauft und benutzt haben. Das fanden sie dann aber so toll, dass sie sich ständig die Lippen damit eingeschmiert haben. Folge war, dass sie den Labello dann nach einiger Zeit tatsächlich ständig brauchten, weil sie ständig trockene Lippen hatten.
Unser Körper ist ja nicht doof, er produziert nach Bedarf. Wenn er - im Labellofall - ständig von außen Fett bekommt, warum soll er dann noch selbst die Haut nachfetten? Wäre in meinen Augen auch Ressourcenverschwendung. Also produziert der Körper nur da, wo er merkt, dass tatsächlich etwas fehlt.
Wenn du jetzt jeden Tag die Kopfhaut durch Waschen entfettest, dann wäre für mich logisch, dass der Körper schnellstmöglich versucht, das auszugleichen und dort entsprechend in kürzerer Zeit mehr Fett produziert, weil es ja augenscheinlich "verbraucht" wird.
Deshalb wasche ich, wenn möglich, meine Haare auch nicht sofort, wenn sie fettig werden, sondern versuche immer noch einen oder mehr Tage rauszuschlagen. Geht natürlich nur, wenn man zu der Zeit auch mal etwas schlumpfig aussehen darf.
Ich möchte nicht ausschließen, dass es auch zum Thema Kopfhautfetten etwas genetisches gibt, aber ich stelle in den letzten Jahren immer wieder fest, dass unsere Körper durch die ganze Industrieware und oftmals ungeeignete/unbenötigte "Pflege" aus dem Gleichgewicht gekommen sind und sich solche Sachen deshalb nicht mehr selbständig sinnvoll regulieren. Die sich ständig erhöhenden ungünstigen Umwelteinflüsse tun dazu wahrscheinlich ihr übriges. Ich bin mir allerdings sicher, dass man eine solche Fehlregulation wieder ins Lot bringen kann, wenn man weiß, wo man ansetzen muss.

Boah, das war jetzt wieder ein halber Roman, entschuldigt

#6 RE: Tensidverwirrung bei Shampoo... von schattenhexe 07.03.2014 10:44

So, bei mir hat sich das Nachrühren schon wieder erledigt, bevor ich überhaupt die Zeit hatte, mich da richtig mit zu beschäftigen: die Haare sind weiterhin super, aber die Kopfhaut juckt nun wieder spätestens am ersten Tag nach der Wäsche
Also hat sich auch dieses Shampoo für mich erledigt. Ich werd mir die INCI mal aufheben, falls ich es doch noch nachrühren und modifizieren will, aber aktuell weiß ich echt nicht mehr weiter.
Ich würd ja wieder auf Seife umsteigen, aber meine aktuellen passen alle nicht und ich habe immer fettigere Haare als vor der Wäsche
Meine Hoffnung ist noch das Haarseifenwanderpaket aus dem ST, aber das steckt gerade bei jemandem fest...

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